Momentan erreichen mich vereinzelt Nachrichten, die nicht so erfreulich sind. Situationen, Erfahrungen, die unheimlich viele Sorgen mit sich bringen, die nicht zur angenehmen, schönen Seite des Lebens gehören. Und doch gehören sie zum Leben dazu.
Denn Leben ist Bewegung ist Veränderung. Und Leid entsteht aus Widerstand!
Ich finde es so wichtig uns regelmäßig daran zu erinnern.
Yoga und Meditation ist eine Möglichkeit, mit dem Leid anders umzugehen.
Deshalb gönnen wir uns immer wieder auch Floweinheiten, in denen wir einfach wieder fließen dürfen. Denn im Flow kommt man auch in eine Art Meditation – in eine bewegte Meditation!
Wenn die Aufmerksamkeit bei dir auf der Matte ist und du die Asanas mit deiner Atmung, in deinem Rhythmus kombinierst, kann Unglaubliches entstehen.
Lass mich dir ein paar meiner liebsten Gedanken aus meiner Meditationsausbildung (2023) mitgeben, die ich damals wie heute extrem hilfreich finde:
„Yoga, gepaart mit Achtsamkeit, ist Meditation.“
— Jon Kabat Zinn, Professor und Gründer der MBSR (= Mindfullness-Based Stress Reduction = Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion)
Wenn Yoga ohne Achtsamkeit praktiziert wird, ist es eher Gymnastik, da die achtsame Konzentration auf Atem und Körper die entscheidende Komponente ist, die es zur Meditation macht.
Während Yoga sich auf die Asanas (körperliche Haltungen) und Atem fokussiert, vertieft die Achtsamkeit das Bewusstsein für den gegenwärtigen Moment. Das JETZT!
Deshalb ist es auch so wichtig uns immer wieder zurückzuholen, wenn wir merken, wir haben uns in Geschichten verfangen und sind gar nicht mehr bei uns auf der Matte, sondern irgendwo in der Vergangenheit oder Zukunft, aber nicht im JETZT.
Wir trainieren also unseren “Achtsamkeitsmuskel”. Wie auch unsere anderen Muskeln im Körper. In meinen Einheiten mache ich dich oft darauf aufmerksam einmal wahrzunehmen, wo du gerade mit deinen Gedanken bist?
Du wirst mit der Zeit beobachten, dass du immer schneller bemerkst, wenn du abdriftest und so schneller wieder bei dir landest. Ganz liebevoll, mit viel Güte und Mitgefühl.
„Achtsamkeit ermöglicht uns, zu entscheiden, ob wir auf einen Gedankenzug aufspringen wollen oder nicht, beziehungsweise, wenn wir unwillkürlich aufgesprungen sind, ermöglicht sie uns, bei der nächsten Station auszusteigen, statt bis zur Endstation mitzufahren.“
— Sarah Silverton, Meditationslehrerin und Verhaltenstherapeutin
“Wir alle verfügen über unzählige Taktiken, um vor unangenehmen Empfindungen zu flüchten.
Wir erzählen uns zum Beispiel eine Geschichte über die jeweilige Situation; wir weisen Schuld zu oder flüchten in Annehmlichkeit oder Ablenkung. Vielleicht unterdrücken wir die jeweilige Emotion oder planen, wie wir uns rächen werden.
In der Psychologie versuchen wir vielleicht, die Emotion – zum Beispiel auftauchende Wut – zu analysieren.
In der Meditation schauen wir uns die Wut einfach an, halten sie im weiten Feld unseres Gewahrseins.
Aus diesem mutigen Akt des Verweilens bei der Erfahrung erwächst eine ganz natürliche Wärme – für uns selbst und für andere Wesen.”
— Dr. Gilda Wüst, Yoga Akademie Wien
Was für kluge Zeilen, oder?
„Bei der Übung der Meditation geht es nicht darum, uns selbst wegzuwerfen und etwas Besseres zu werden. Es geht vielmehr darum, uns mit dem anzufreunden, was wir sind.“
— Pema Chödrön, buddhistische Nonne und Schriftstellerin
”Durch dieses Anfreunden entsteht Verbindung zu uns selbst. Verbindung zu uns selbst, die wir vielleicht im Laufe unseres Lebens “verlieren”. Eigentlich ist sie nie ganz verloren, sondern nur verdeckt von all unseren Mustern. Diese Wärme, die Verbundenheit mit der uns innewohnenden Güte und dem Mitgefühl, diese beiden Qualitäten kommen im Laufe des Yoga bzw. der Meditation ganz von selbst zum Vorschein. Das beginnt schon mit der Freundlichkeit zu dir selbst, dass du es dir auf deiner Matte bequem machst, dafür sorgst, dass es dir gut geht.“
— Dr. Gilda Wüst, Yoga Akademie Wien
Ich lade dich ein dich wieder mehr mit dir zu verbinden.
Herzlichst, Sabine